Pizzaofentestbericht

Sprachen

Im Mai hatte ich vom Bau meines zweiten Pizzaofens Ende letzten Jahres erzählt, und mit etwa genausoviel Verspätung folgt hier nun der Bericht über die erste Benutzung Ende Juni. Um es gleich vorwegzunehmen: Er hat einwandfrei funktioniert! ;-)

Vorbereitungen

Erstmal musste ich den Ofen etwas säubern, denn nach dem Winter war natürlich zum einen die äußerste Schicht etwas zerbröselt (hatte ja letztes Jahr keine abschließende Putzschicht mehr draufgemacht), und zum anderen braucht man ja nur eine neue Umgebung zu schaffen, schon kommt irgendeine opportunistische Spezies, um sie zu besiedeln. (Pilze sind äußerst faszinierende Lebewesen.) Danach zeigte mir meine handwerklich vielseitig begabte Schwester kurz, wie man „Spächtele“ (kleinere Holzstücke) macht, und ich verbrachte dann gutgelaunt eine ganze Weile damit, mit dem Beil auf Holzklötze zu hacken, ohne dabei auch nur einen Unfall zu haben. Yay! Auch das Feuermachen im Ofen klappte viel besser als bei unserem ersten Versuch. Habe mich dieses Mal genau an die korrekte Vorgehensweise gehalten: Kleinkram möglichst weit vorne anzünden, dann immer etwas mehr nachfüttern und etwas weiter nach hinten schieben. Das ging so locker-flockig, dass ich nebenher noch gemütlich die Sense schwingen konnte, um überhaupt erstmal Platz zu machen in unserem Minidschungel. (Sensengeschichten gibt’s dann auch bald.)

nach dem Winter: PiiiiiiiiiiilzeFeuer machen: vorne anfangen...... nachlegen...... und nach hinten schieben

Pizza Pizza!

Was ich schwierig einzuschätzen fand, war, wie lange das Feuer brennen musste, bis der Ofen ausreichend Hitze gespeichert hatte. Wir haben es etwas mehr als zwei Stunden brennen lassen, dann ging es weiter mit dem Experiment: Aus einem Lappen und einem geliehenen Schürhaken improvisierten wir einen Hudelwisch (schwäbisches Wort für einen Lumpen, mit dem man den Ofenboden auswischt), wobei der Ofenboden natürlich genug Ritzen und Spalten hat, um nicht wirklich ganz sauber zu werden. Außerdem ließen wir das Feuer hinten ja noch weiterbrennen, sonst hätte die Hitze nur für sehr wenige Pizzen gereicht. Die grob zurecht gesägte Tür schloss nicht gut, schon allein weil die Öffnung über den Winter doch auch gelitten hatte. Und wie ich ja schon erzählt hatte, war der Ofen insgesamt doch wieder ziemlich klein geraten. *seufz* Aber: die Pizza war sehr lecker!

Feuer brennt gutHerr Dings säubert den Ofenboden mit dem improvisierten Hudelwischnaja sauber ist anders, geh doch nochmal drüberPizza im Ofendie allererste Minipizza!hat allen gut geschmeckt

Fazit

Alles in allem war ich mit dem Ergebnis durchaus zufrieden, und wie immer gab es viel zu lernen:

  • Ein passender kleiner Brotschieber wäre sehr nützlich, und auch einen Metalleimer für heiße Kohlen und Asche sollte man immer griffbereit haben.
  • Die Isolierschicht war wohl immer noch nicht so das Gelbe vom Ei, und eine abschließende Putzschicht ist definitiv sinnvoll.
  • Ein Dach sollte unbedingt mit eingeplant und ausgeführt werden.
  • Den nächsten Ofen baue ich groß.

Ich habe das Dach nicht wieder draufgetan – die Plastikplane hat nicht gut drauf gehalten, und ich hatte nicht den Nerv und die Zeit, mich ordentlich drum zu kümmern. Habe überlegt, mindestens die Isolierschicht sowieso nochmal neu zu machen, wenn nicht gleich den ganzen Ofen (wegen der Größe). Ich bin aber den ganzen Sommer über nicht dazu gekommen, und nun fehlt schon ziemlich viel von der Strohschicht. Spannend, wie rot und gebrannt die Lehmschicht innen geworden ist!

Ofen im August: deutliche VerfallserscheinungenOfen im Oktober: die halbe Isolierschicht fehlt

Nächstes Jahr geht’s weiter… und vermutlich/hoffentlich dann gleich mit der Draußenküche. :-D