The Hand-Sculpted House (Das handgeformte Haus)

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A Practical and Philosophical Guide to Building a Cob Cottage (Ein praktisches und philosophisches Handbuch für den Lehmhausbau)

von Ianto Evans, Michael G. Smith, und Linda Smiley

Cover von The Hand-Sculpted HouseLeider, leider gibt es dieses Buch nicht auf deutsch, das ist ein Jammer. Das ist nämlich eines der beiden Bücher, die ich definitiv allen Leuten empfehlen würde, die sich für cob interessieren, aus einer ganzen Reihe von Gründen:

  • Es thematisiert so ziemlich alle Aspekte beim Planen und Bauen eines Hauses.
  • Es hat jede Menge zauberhafter Zeichnungen, die die Konzepte sehr gut rüberbringen.
  • Es hat außerdem viele schöne und inspirierende Fotos, mit einem kleinen Farbfototeil in der Mitte.
  • Es bestärkt seine Leser*innen darin, Dinge einfach mal auszuprobieren.
  • Es erlaubt es dir zu träumen und an deine Träume zu glauben.

Über die Inhalte

The Hand-Sculpted House besteht aus drei Teilen:

  1. Einem konzeptionellen, visionären Teil: „Philosophie, Hintergrund und Gestaltung“ von Ianto Evans.
  2. Einem praktischen Anleitungsteil: „Wie man ein Haus baut“ von Michael G. Smith.
  3. Einem spirituell-empathischen Teil: „Die Brücke zwischen der inneren und der äußeren Welt“ von Linda Smiley.

Ianto schreibt über passiv-solares Design, über das Konzept des Selberhäuslebauens, über Eigenmacht und wer und wo und warum. Wie man mit sehr wenig oder keinem Geld baut, und wie wir unsere Vorstellungen von dem, was und wie ein Haus ist, überdenken können und sollten. Ich lese diesen Teil sehr gerne und immer wieder, weil ich das Gefühl habe, dass Ianto ein radikaler Träumer ist – da fühle ich mich ihm natürlich sehr verbunden. :-) Was mich allerdings, das muss ich doch auch sagen, schon ein bisschen zwickt: Er schreibt da so ganz cool was von „am besten ohne Genehmigung bauen und kein Amt involvieren, kostet nur Geld und macht zusätzliche Arbeit“. Nicht dass ich grundsätzlich was gegen diese Heransgehensweise hätte, nur geht das hier in Deutschland mal überhaupt nicht. Schon gar nicht wenn man mitten im Ort bauen will (so wie ich). Hm, ich bin vielleicht ein kleines bisschen neidisch.

Michael schreibt sehr handfest über wie’s tatsächlich geht: Über Materialien, Werkzeug, Vorbereitung, Fundamente, Entwässerung, wie man cob mischt, wie man damit Skulpturen machen kann, über den Einbau von Fenstern und Türen, wie man ein ordentliches Dach macht, was für Möglichkeiten für die Böden man hat, und schließlich übers Verputzen und Streichen. Alles. Nachdem ich das alles gelesen hatte (das war bisschen vor dem Hausbauworkshop in England 2012), hatte ich das Gefühl, zu wissen wie man’s macht. War schon noch ein größeres Vorhaben, so ein ganzes Haus bauen, aber schien mir machbar. Dabei solltet ihr natürlich bedenken, dass ich ja grundsätzlich glaube, dass ich alles kann, wenn ich es wirklich will – und meiner Erfahrung nach ticken die meisten Leute da ja anders. In jedem Fall hilft es, dieses Buch zu lesen; es ermutigt dazu, an die eigenen Fähigkeiten zu glauben.

Lindas Nachwort habe ich auch gern gelesen, aber es enthielt für mich persönlich nicht solche Erleuchtungsmomente wie die ersten beiden Teile. Vielleicht weil ich da schon im Lehmhaus auf Cae Mabon gewesen war (da hab ich dieses Buch kennengelernt) und von daher schon am eigenen Leib erfahren hatte, was so ein Erdhäuschen für einen gewaltigen Unterschied macht. Ich glaube wirklich, dass Lehmhäuser große spirituelle Auswirkungen haben können, ebenso wie die ganze Idee vom Selberhäuslebauen.

Mein Fazit

Wenn ihr einigermaßen englisch könnt: Lest es. Wenn nur leidlich: Schaut es euch an, versteht die Skizzen, lasst euch von den Fotos bezaubern. Und startet eine Petition an den ökobuch verlag (zum Beispiel), dass sie eine Übersetzung herausgeben.