Projektwand
Heute mal was (eher) Schnelles: Ende August verbrachten wir einen Tag oder zwei damit, eine Projektwand fürs Häuschen zu erstellen. Das Ding wird nicht ewig halten, da wir versucht haben, möglichst wenig Geld dafür auszugeben, und alles zusammenimprovisiert haben ;-) aber es ist ja auch nicht für ewig, sondern für jetzt.
Zielsetzung: schnell & machbar
Ganz ehrlich, in meinem vollgestopften Alltag mit drei Kindern und einer selbständigen Tätigkeit verliere ich manchmal den Hausbau aus den Augen. Und wenn ich nicht dahinter her bin, dass es an dieser Front weitergeht, dann dauert es immer eine ganze Weile, bis jemand anders das Ding mal wieder anschubst. Von daher ist es schon mehr als einmal passiert, dass ich beschäftigt und abgelenkt war und wochenlang gar nichts vorwärtsging, bis ich es geschafft habe, den Alltag für eine Weile auf Pause zu schalten und dafür zu sorgen, dass das Hausprojekt wieder weiterläuft. Uff! Das stresst mich jedesmal sehr, und im Sommer war mir dann klar, dass es so einfach nicht geht. Ich brauchte eine Möglichkeit, den Hausbau und den Stand der Dinge auch und gerade im Alltag im Blick zu behalten, jetzt sofort.
Also überlegte ich mir, dass eine Art Projekt-Pinnwand helfen könnte, und das einzige verwendbare Stück Wand war praktischerweise in unserem Wohnzimmer, zwischen der Kinderzimmertür und dem Durchgang zur Küche, schön zentral. Die Wand ist ungefähr einen Meter breit und 2,40 m hoch, und ich beschloss recht schnell, einfach das ganze Stück von oben bis unten mit Kork zu bedecken, das sieht schick aus und lässt reichlich Platz für Planung.
Allerdings ist der Putz auf der Wand einer von der körnigen, bröseligen Sorte, und ich hatte gar keine Lust, mit Bohrer und Dübel und Schrauben zu hantieren – außerdem hätte ich dafür einkaufen gehen müssen. Ich dachte, das Päckchen Nägel, das noch rumlag, müsste eigentlich reichen, vorausgesetzt wir verwendeten sie reichlich. Der Herr Dings war skeptisch (durchaus zu recht, muss ich sagen), aber es hat tatsächlich funktioniert.
Die improvisierte Korkwand
Ich hatte bei den letzten Einkäufen immer ein paar große Gemüsekartons mitgenommen (kost nix :-D), davon schnitten wir nur die Böden heraus. Diese nagelten wir dann puzzlemäßig an die Wand und ließen dabei ca. 2-3 cm Platz nach links, rechts und oben. Im Baumarkt hatte ich zwei Rollen Korktapete in 4 mm Dicke (gibt’s als Isolierung) à 21 € geholt, gebraucht haben wir aber nur eine. (Der Rest gibt dann irgendwann nochmal eine kleinere Pinnwand über meinem Schreibtisch.) Von der Rolle schnitten wir Streifen in der vollen Wandbreite – das war ein bisschen kniffelig, weil wir in einem alten, mehrfach umgebauten Bauernhaus wohnen, in dem ich bisher noch keinen ordentlich rechten Winkel gefunden habe. Kurz gesagt ist jede Wand so ein kleines bisschen schief in die eine oder andere Richtung (an manchen Stellen ist es auch der Fußboden), d.h. die Stücke mussten ganz leicht schräg geschnitten werden, ugh. Und schließlich haben wir die Streifen einfach mit einer Mischung aus Tapetenkleister und Holzleim eingepinselt, so drangeklebt, dass die Seiten etwas überstanden, und die Seiten gründlich festgenagelt plus noch an diversen Stellen durch die Pappe, damit’s auch hält.
Aus Fehlern wird man klug
Wie schon gesagt haben wir die Wand weitgehend spontan zusammenimprovisiert, von daher hätten wir ein paar Dinge natürlich besser machen können. Wenn ihr mal was Ähnliches machen wollt, hier unsere Tipps:
- Versucht, Kartons mit der gleichen Bodendicke zu bekommen (wir hatten doppelte und einfache Lagen).
- Versucht auch, gerade, unverbeulte Kartons zu finden (wir hatten einige verbogene), und außerdem mehr als ihr braucht, falls ihr euch irgendwo verrechnet oder welche kaputtgehen.
- Verwendet ordentlichen Leim. Holzleim hat gut funktioniert und lässt sich auch super mit Tapetenkleister mischen. Wir hatten mit recht viel Kleister angefangen, weil wir nicht soviel Holzleim dahatten, verbrauchten aber zum Schluss locker die restliche Tube Holzleim, und die erste Bahn mussten wir nochmal neu einkleistern und ankleben. Unser Tapetenkleister war aber auch normaler, nicht so ein ultrafester.
ABER es hält! :-D Tatsächlich hat es unser Jüngster bereits fertiggebracht, mit dem Pfeil und Bogen, den er kürzlich zum fünften Geburtstag bekommen hat, ein Loch in den Kork und mehrere weitere in diverse Papiere zu schießen. (Ich war etwas stinkig, aber immerhin wissen wir jetzt, dass es doch robuster ist, als wir dachten.) Und ich pinne seitdem alle aktuellen Planstände, To-do-Listen und Zeug dahin und habe den totalen Überblick, das ist klasse. Außerdem gibt die Wand exzellenten Gesprächsstoff für Besucher/innen ab – mittlerweile arbeite ich ergänzend dazu an einem detaillierten Raumbuch, das die virtuelle Hausführung vervollständigt. Dazu gibt es dann natürlich auch bald ein paar Berichte. :-)
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